19. Klocker Museum

Sa. 7. Nov.
11:30 Uhr

Artist Talk

Unterer Stadtplatz 5
6060 Hall in Tirol

Andrea Lüth „Kommt da noch was?“

Mit der Verleihung des Förderpreises 2026 würdigt die Klocker Stiftung Andrea Lüth, deren Werk sich durch große Eigenständigkeit, Konsequenz und eine unverwechselbare Bildsprache auszeichnet. Die Künstlerin arbeitet medienübergreifend und bewegt sich zwischen Zeichnung, Malerei, Skulptur, Text, Video und Musik. Die Ausstellung „Kommt da noch was?“ konzentriert sich auf Malerei und Skulptur, wobei rund zwei Drittel der gezeigten Arbeiten eigens für das Klocker Museum entstanden sind. Der Titel eröffnet dabei verschiedene Bedeutungsebenen und verweist auf Fragen nach Abschluss, Entwicklung und Zukunft: Wann ist ein Werk fertig, wann ist eine Ausstellung abgeschlossen und was folgt auf einen erreichten Meilenstein?

Charakteristisch für Lüths Arbeiten ist die Konzentration auf das Wesentliche. Sie greift vertraute Motive, Zeichen und Bildsprachen aus dem kollektiven Gedächtnis auf und verdichtet sie zu eigenständigen Bildwelten. Tiere, Logos, architektonische Fragmente oder alltägliche Symbole erscheinen dabei zugleich vertraut und fremd. Auch Sprache spielt eine zentrale Rolle: Wörter, Titel und Wortspiele treten mit den Bildern in einen eigenständigen Dialog und eröffnen zusätzliche Bedeutungsebenen. Fehler und Korrekturen werden bewusst sichtbar gemacht und als Teil des künstlerischen Prozesses verstanden.

In ihren Skulpturen überträgt Lüth ihren reduktiven Zugang in den dreidimensionalen Raum und untersucht insbesondere die Beziehung zwischen Objekt und Sockel. Die Ausstellung selbst wird zu einem offenen Gefüge, in dem die einzelnen Arbeiten miteinander in Dialog treten. So entsteht ein vielschichtiges Netzwerk aus Formen, Motiven und Bedeutungen – und vielleicht auch eine Antwort auf die titelgebende Frage: Es kommt immer noch was.

www.klockermuseum.at

Foto © WEST. Fotostudio