2. Openspace Innsbruck

Do. 5. Nov.
18:00 Uhr

Opening

Mentlgasse 12b
6020 Innsbruck

Sylvia Eckermann und Gerald Nestler „Iconoclastic Acts: DISHONOUR TYRANT IDOLS“

13 Portraits auf Fine-Art-Paper, gerahmt, 529 x 723 x 20 mm, 2025/26.

Autoritäre Kräfte sind auf dem Vormarsch. Seit Jahrzehnten treiben reaktionäre Akteure mit erheblichen finanziellen und strategischen Ressourcen die gesellschaftliche Spaltung voran und verzerren die Wirklichkeit – insbesondere in Hinblick auf politische, ökonomische, soziale und ökologische Verhältnisse. Sie verdrehen die Wahrheit, leugnen Fakten, beugen das Recht und manipulieren Wahlen. Im Bündnis mit technokapitalistischen Oligarchen machen sie nun künstliche Intelligenz zur Waffe gegen Demokratie und Grundrechte.

In Zeiten von Krisen und Konflikten schafft die Kunst Gegenbilder zu Gewalt und Machtmissbrauch. Da Kritik allein nicht ausreicht, um autoritären Machtfantasien entgegenzutreten, muss die Kunst neue Formen der Widerständigkeit entwickeln. Dafür braucht es mehr als eine visuelle Sprache – es braucht eine neue Strategie der Dekonstruktion, die das falsche Weltbild einzureißt, das rechtsextreme Kräfte propagieren, eine Form von Renegade Agency, die jene entlarvt, die sich Reichtum und Macht unverhohlen aneignen.

In diesem Sinne rufen Eckermann und Nestler zu ikonoklastischen Akten auf. In ihrer Kunstserie HOTHOUSE. The Future of Demonstration. Season 5, die 2025 im Atelier Augarten in Wien stattfand, richteten sie sich in vier Performances gegen zentrale Figuren, deren ideologischer Extremismus Grundrechte, Demokratie und die Lebensgrundlagen auf der Erde bedroht. Dreizehn von Sylvia Eckermann geschaffene Ballonskulpturen schwebten im Ausstellungsraum. In einem tribunalhaften Ritual brachte Gerald Nestler, begleitet vom Chor Kördölör, die Porträts der von ihm ausgewählten Personen mit einem Golfschläger zum Platzen. Mit diesem disruptiven Akt verwandelte er ihr öffentliches Bild in ein Abbild des gegenwärtigen Autoritarismus.

Kunstwerke können zu Zeichen eines Widerstands werden, der über das Symbolische hinauswirkt. Iconoclastic Acts: DISHONOUR TYRANT IDOLS ist ein Akt künstlerischer Selbstverteidigung: Mit ästhetisch-aktivistischen Mitteln richtet sich die Arbeit gegen die Machtanmaßung rechtsextremer Kräfte, die Demokratie und Grundrechte gefährden.

Die Fotografien der zerschlagenen Skulpturen bilden die Grundlage dieser Portrait-Serie.

www.openspace-innsbruck.com

Foto © Eckermann / Nestler