22. Galerie Nothburga

Sa. 7. Nov.
15:00 Uhr

Aktionstheater

Innrain 41
6020 Innsbruck

ESTHER BERNHARD (Österreich), BERNHARD GRASSL (Italien), PAUL LORENZ (USA) 3 Künstler:innen – 3 Länder „KONZENTRATION AUF DAS WESENTLICHE“

Esther Bernhard reduziert die Körper der Frauen auf deren Umrisse, die kaum sichtbar aus den bunten Tapetenmustern hervortreten. Mit dieser klaren Bildsprache gelingt es ihr, auf das Schicksal vieler Frauen aufmerksam zu machen. Frauen, die im Hintergrund wirken, verantwortungsvoll und leise ihre Arbeit verrichten – tagein, tagaus. Die Künstlerin arbeitet vorwiegend mit gebrauchten Textilien, die eine Geschichte haben, weil dadurch eine Atmosphäre entsteht und eine emotionale Dichte. Sie verwendet vor allem alte Polsterbezüge, Bettwäsche, Blusenstoffe, meist Baumwolle mit Blumendekor. Denn die Symbolik der Blume spielt eine Rolle. Esther Bernhard interessiert das Verschwinden der Figur vor dem Hintergrund, das Unsichtbarwerden, die Anpassung, die Funktion des Schutzes. Aber sie sieht auch die Möglichkeiten, die darin verborgen sind.

Bernhard Grassl verbindet Stein mit Natur. Er entdeckt im Marmor die Sinnlichkeit, die der menschlichen Haut sehr nah ist. Er macht aus eigenwilligen Reststücken – die manchmal durchwachsen sind – Skulpturen und meterhohe Stelen, die er so selbstverständlich in die Natur pflanzt, als wären sie schon immer dort gewesen. Für ihn sind die Stelen mit ihrer minimalistischen Gestaltung, ihrer kultischen Ausstrahlung, ihrer rätselhaften Gelassenheit Höhepunkte der Bildhauerkunst. Neben elfenbeinweißen Marmorskulpturen und Stelen verwendet der Künstler gerne auch den „Abfall“ der modernen Marmorverarbeitung.

Paul Lorenz reduziert seine Malerei auf die Abstraktion, denn für ihn ist diese kein Stil, sondern ein Geisteszustand. Seine Farben sind sinnlicher Ausdruck von Gefühlen und Gedanken. Seine bunte Farbpalette visualisiert ein ausgewogenes Verhältnis von Subtilität und Kühnheit, Selbstvertrauen und Risiko. Für den Künstler ist sein Werk seine Autobiographie. Es fängt die Zeit ein. Es handelt sich dabei um eine Aufzeichnung der Reaktionen, die durch eine gesundheitliche Situation hervorgerufen werden, sowie der daraus resultierenden Belastungen für Energie und Konzentration.

„Was passiert, wenn dir die Zeit genommen wird? Das ist die Frage, die Paul Lorenz zutiefst beschäftigt und die Eingang in seinen Bildern findet.

www.galerienothburga.at

Foto © Esther Bernhard